Deutschland, Städteurlaub

Bonn

2020 feiert Bonn das Beethoven-Jahr, mit vielen kulturellen Veranstaltungen rund um den 250. Geburtstag des bekanntesten Bürgers der Stadt. Die ehemalige Bundeshauptstadt hat aber noch viel mehr zu bieten. An der Museumsmeile liegen viele Museen, mit dem Haus der Geschichte eines der besten Deutschlands. Die Innenstadt mit zwei Schlössern und vielen Alleen lockt besonders in der Zeit der Kirschblüte tausende Besucher an. Aber auch das direkte Umland mit dem Siebengebirge und dem Drachenfels erklärt, warum man der Stadt, in der ich drei Jahre leben durfte, einen Besuch abstatten sollte.

Die Feierlichkeiten zum Geburtstag des vielleicht berühmtesten Komponisten der Welt sind so umfassend, dass es der bekannte Herausgeber für Reiseführer, Lonely Planet, Bonn zu den besten Reisezielen 2020 zählt.

Blick auf Bonn und Rhein von den Wiesen unterhalb des Schloss Drachenburg.

Essen

Zwar steht das kulinarische Angebot selten im Mittelpunkt eines Städtetrips, jedoch habe ich immer wieder festgestellt, dass gutes Essen nach einer Reise am besten in Erinnerung bleibt! Nach drei Jahren Erfahrung sind das hier die Restaurants und Cafés, die ich euch wirklich sehr ans Herz legen möchte:

Cafés

  1. Pie Me: Es gibt in Bonn kein besseres Café! Der höchst sympathische australische Chef uns sein junges Team zaubern wunderbare gefüllte Pasteten sowie leckere Salate und Pürees. Nachmittags laden dann mutige Kuchen- und Torten-Kreationen zum Besuchen ein. Und als wäre das nicht schon genug: Der Kaffee ist sehr gut – und mit Latte-Art versehen, was den Platz noch mehr instagrammable macht!

  2. Café Sophie: Zugegeben, ich gehe gerne im Stadtteil Endenich essen, weil das meine Hood ist. Aber ins Café Sophie gehe ich vor allem, weil man hier in Bonn am allerbesten frühstücken kann! Egal ob Veggie-Omelett oder das große Hänsel & Gretel-Frühstück für Zwei, es schmeckt alles. Dazu ist die Atmosphäre sehr gemütlich und familiär.

  3. Frau Holle: Frau Holle ist ein kleines und sehr gemütliches Café in der Bonner Altstadt. Egal ob zu einem deftigen oder süßen Frühstück oder zum Kaffeetrinken am Nachmittag, dieses Café ist stets eine gute Wahl. Im Winter sind die Räumlichkeiten vielleicht etwas eng, da es im Geschäft auch einen Bereich gibt, in dem nachhaltige Mode verkauft wird.

  4. Bagel Brothers: Besonders, wenn ich vormittags auf einen Zug warte oder Gäste am Bonner Hauptbahnhof treffe, gehe ich gerne zu Bagel Brothers. Es gibt eine große Vielfalt an belegten Bagels zu recht kleinen Preisen sowie Heißgetränke und Süßes. Es überzeugen die leckeren, hausgemachten Bagels und die freundliche Bedienung.

  5. Eislabor: Das Eislabor wurde 2015 von TripAdvisor auf Platz 1 der besten Eisdielen Deutschlands gesetzt. Tatsächlich ist das hausgemachte Eis saulecker. Es überzeugen ständig wechselnde, auch exotische Eissorten sowie ein gutes laktosefreies und veganes Angebot. Neben der ursprünglichen Eisdiele am Bonner Stadthaus gibt es inzwischen auch eine weitere Filiale in der Innenstadt und eine in Beuel.

Abendessen

  1. Mademoiselle: Mein Lieblingsrestaurant in Bonn bietet tatsächlich französische Küche. Während für Vegetarier besonders einer der vielseitigen Flammkuchen interessant sein könnte, werden auch andere französische Spezialitäten wie Froschschenkel oder Meeresfrüchte angeboten. Das von einer jungen Französin und ihrer Mutter geführte Restaurant ist süß und persönlich, gerne kann man sich direkt von der Küchenchefin beraten lassen. An Wochenenden lohnt es sich im Voraus einen Tisch zu bestellen.

  2. Himalayak: An Gemütlichkeit und Atmosphäre nicht zu überbieten ist dieses familiengeführte, tibetische Restaurant. Die Speisekarte reicht von Reisgerichten, Suppen und Eintöpfen bis zur klassischen tibetischen Spezialität der Teigtaschen. Während traditionell viele Gerichte Rindfleisch enthalten, gibt es auch ein ordentliches vegetarisches Angebot. Ebenfalls probiert werden sollte übrigens auch das starke tibetische Bier. Da der Ruf des ersten tibetischen Restaurants Nordrhein-Westfalens inzwischen weit bekannt ist, lohnt es sich gerade am Wochenende, im Voraus zu reservieren.

  3. Antica Pizzeria Nennillo: Wer gute italienische Pizzen mag, ist hier richtig; wer sehr gute vegane Pizzen mag, goldrichtig. Es kann tatsächlich aus mehreren veganen Pizzen gewählt werden, anstelle den Käse einfach wegzulassen gibt es leckeren Ersatz auf Mandelbasis. Die hippe, moderne Atmosphäre und das selbstständige Bestellmodell an der Kasse mag die Einen anziehen und Andere abschrecken.

Und zwischendurch?

  1. Die Kichererbse: Wer Hunger und wenig Zeit mitbringt ist bei der Kichererbse genau richtig. Im Angebot gibt es leckere Falafelsandwiches mit verschiedensten Zutaten sowie exotische Saucen. Der Imbiss liegt in der Unterführung, die die Poppelsdorfer Allee mit der Innenstadt verbindet. Während die Umgebung nicht unbedingt einladend ist, überzeugen Geschmack und Preis des Schnellrestaurants an vielbegangener Stelle.

  2. Cala Dor: Es gibt in Bonn keinen Imbiss mit größerem Kultstatus als diese Pizzeria. Sie liegt in der Innenstadt, direkt am Bahnhof, ist günstig, schnell und hat an Wochenenden oft bis drei oder vier Uhr morgens geöffnet. Dadurch hat sie sich zu der Anlaufstelle für StudentInnen und andere BonnerInnen entwickelt, die nach dem Feiern auf dem Heimweg noch etwas essen wollen. Und wenn ich sie auch selbst noch nie nüchtern betreten habe, hörte ich, dass die Pizzen auch dann von sehr gutem Preis-/Leistungsverhältnis sind.

  3. Tibet Imbiss: Wer in direkter Nähe des naturwissenschaftlichen Campus Poppelsdorf günstiges und reichhaltiges Streetfood sucht, wird hier fündig. Natürlich kann man an diesem kleinen Container an der Meckenheimer Allee nicht die Qualität eines Himalayak-Restaurants erwarten, aber in meinen Mittagspausen waren FreundInnen und ich hier immer sehr zufrieden.

  4. Pomm Fritz: Das neue Restaurant auf der Rückseite des Stadtschlosses und Universitätshauptgebäudes wird gerne von Studierenden in der Mittagspause besucht. Sehr individuell können Burger zusammengesetzt werden, die Pommes Frites werden mit Käse und verschiedenen (Braten-)Saucen zur Poutine. So gibt es besonders für Vegetarier sehr leckere Angebote. Auch die Preise stimmen.

Museen

  1. Haus der Geschichte: Das Haus der Geschichte zählt zu den besten Museen Deutschlands. Obwohl es sich ausschließlich auf den Zeitraum Kriegsende bis Gegenwart beschränkt, kann man sich hier schnell einen ganz Tag aufhalten. Die Ausstellung ist sehr interaktiv und inklusiv, es gibt darüber hinaus fast alle Informationen auch auf Englisch. Zusätzlich zur Dauerausstellung gibt es zwei Sonderausstellungen, darunter in den letzten Jahren z.B. die Themen „Medien und Angst“, „Großbritannien und Brexit“ oder „Politiker in Karikatur und Popkultur“. Das Gebäude verfügt über ein an Wochenenden sehr volles Café und eine tolle Lounge mit vielen gemütlichen Sitzplätzen und tausenden Büchern und Medien zu den Themen des Museums. Da das Museum im Rahmen der Bonn-Berlin-Verträge eingerichtet wurde ist der Eintritt übrigens kostenfrei! Darüber hinaus starten im Foyer des Museums am Wochenende kurze Führungen in folgende spannende Gebäude, für die man sich am selben Tag in eine Liste an der Information eintragen muss:

    • Ehemaliges Kanzleramt: Heute Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kennen ältere LeserInnen sicherlich noch die Nachrichtenberichterstattung mit Blick auf dieses dunkle Gebäude. Neben Kanzlerzimmer, Kabinettssaal und den Geschenken anderer Staatsoberhäupter sieht man auch die berühmte Kunstfigur „Large Two Forms“ aus nächster Nähe.

    • Kanzlerbungalow: 1964 von Architekt Sep Ruf fertiggestellt war der Kanzlerbungalow bis zum Umzug nach Berlin Wohn- und Empfangsgebäude der Bundeskanzler. Heute kann man die geschichtsträchtigen Räume und den schönen, umliegenden Park während weniger Führungen besichtigen.

    • Palais Schaumburg: Der Dienstsitz der Bundeskanzlerin in Bonn kann momentan nicht besichtigt werden, da er saniert wird. Daher kann die im 19. Jahrhundert errichtete Millionärsvilla nur von außerhalb des hohen Zaunes bestaunt werden.

  2. Museum Koenig: Das Museum Koenig ist ein zoologisches Museum in einem geschichtsträchtigen Gebäude. Denn nach der Entscheidung, dass Bonn Bundeshauptstadt Westdeutschlands wird, wurde es Parlamentarischen Rat als Versammlungsort genutzt. Hier wurde also das Grundgesetz der Bundesrepublik ausgearbeitet. Außerdem nutzte Adenauer es für kurze Zeit als Kanzleramt. Daher ist ein kleiner Teil der Ausstellungsfläche der Geschichte der Museums nach dem zweiten Weltkrieg genutzt. Die meiste Fläche wird jedoch von Großdioramen verschiedener Lebensräume eingenommen. Dazu zählt auch der tropische Regenwald, der nach einem Umbau zwei Etagen umfassen soll und BesucherInnen so ermöglicht, durch die Baumkronen zu gehen und die hier lebenden Tiere zu bestaunen. Die oberste Etage enthält gewöhnlich Sonderausstellungen, wie im Winter 2020 „Groß, Größer, Dinosaurier“ mit großen, ausgestellten Skeletten. Insgesamt ist das Museum Koenig sehr kinderfreundlich und interaktiv, aber für NaturfreundInnen aller Altersklassen spannend. Der Eintritt kostet 5€, für Kinder und StudentInnen 2,50€.

  3. Bundeskunsthalle: Die Bundeskunsthalle fällt ein wenig aus dem Muster der übrigen Museen, da es hier keine Dauerausstellung gibt, sondern zeitgleich mehrere, ständig wechselnde Ausstellungen. Im ersten Halbjahr 2020 gibt es bspw. die Ausstellungen „Beethoven. Welt.Bürger.Musik“ und „Wir Kapitalisten. Von Anfang bis Turbo“. Da die Bundeskunsthalle an der Museumsmeile nur wenige hundert Meter vom Haus der Geschichte entfernt liegt, lohnt sich ein Abstecher, wenn ein Ausstellungsthema gefällt. Die Preise können je nach Ausstellung, eigenem Status und Tageszeit variieren.

  4. LVR-Landesmuseum: Das Landesmuseum des Landschaftsverbandes Rheinland ist eines der ältesten Museen Deutschlands und enthält archäologische Funde und natur- und kulturhistorische Informationen zur Region Nordrhein. Diese reicht vom Neandertaler bis in die Gegenwart. Dazu findet man im modernen und architektonisch spannenden Gebäude nur hundert Meter vom Bahnhof entfernt stets wechselnde Sonderausstellungen. Der Eintritt kostet 8€, für ermäßigungsberechtigte Personen 6€. Darüber hinaus haben viele Personengruppen freien Eintritt, darunter StudentInnen der Universität Bonn oder Flüchtlinge. Am ersten Freitag des Monats ist der Eintritt immer umsonst.

  5. Arithmeum: Das Arithmeum beschreibt anschaulich die Geschichte des Rechnens. Diese beginnt mit den ersten Rechenhilfen der Antike und führt bis zur Entwicklung und Weiterentwicklung des Computers. Weniger umfangreich als das Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn, größtes Computermuseum der Welt, lohnt sich ein Besuch dennoch für alle, die Mathematik spannend finden. Der Eintritt kostet 3€, für Studierende 2€.
Das Diorama einer Savanne im großen Innenbereich des Museums Koenig.

Andere Sehenswürdigkeiten

  1. Botanische Gärten: Persönlich ein großer Freund botanischer Gärten zähle ich die Bonner Botanischen Gärten zu den schönsten Deutschlands. Das Gelände schließt direkt an das Poppelsdorfer Schloss und die anderen naturwissenschaftlichen Universitätsgebäude an. Die Parkanlage enthält neben Pflanzen verschiedenster Lebensräume auch ausgesprochen große Bäume, darunter Kiefern und Mammutbäume. Die ebenfalls üppigen Gewächshäuser enthalten z.B. eines der weltweit größten Exemplare des berühmten Titanwurz, der auch das Logo der Botanischen Gärten prägt. Die Gewächshäuser haben Samstags geschlossen (Im Winter auch Sonntags). Im Sommer gibt es an Sonntagen Eintritt (Erwachsene 3€, StudentInnen & Kinder 1€) zu entrichten, an allen anderen Tagen nicht.

  2. Poppelsdorfer Allee und Bonner Schlösser: Im Zentrum von Bonn finden sich gleich zwei Schlösser, die durch eine knapp einen Kilometer lange Allee verbunden sind. Das Stadtschloss ist heute Hauptgebäude der Universität und beherbergt neben vielen Vorlesungssälen, einer Bibliothek, zwei Museen, zwei Cafés auch die große Aula, in der die größten Veranstaltungen der Universität abgehalten werden. Das Gebäude ist dementsprechend riesig und zieht sich von der großen Freifläche des Hofgartens, der an sonnigen Tagen vor Studierenden nur so wimmelt, bis zum Rhein. Errichtet wurde es als Residenz der Kölner Kurfürsten, die bis 1794 in den Wintermonaten hier lebten. Das Poppelsdorfer Schloss, als Lustschloss Clemensruhe ebenfalls von den Kölner Kurfürsten errichtet, diente diesen als eine Sommerresidenz. Nachdem das Rheinland an Preußen fiel, gründeten diese 1818 die Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und führten auch dieses Schloss in deren Eigentum über. Heute ist die Sichtachse zwischen den Schlössern, die Poppelsdorfer Allee mit ihren großen Kastanienbäumen, beliebt bei Fußgängern und Fahrradfahrern sowie eine der edelsten Wohngegenden Bonns. Außerdem gibt es hier tollen Kaffee am Kaffeerad!

  3. Alter Zoll und Bonner Innenstadt: Vom Kurfürstlichen Schloss im Süden begrenzt wird die Bonner Innenstadt. Im Westen liegt der Bonner Hauptbahnhof, im Osten der Rhein und im Norden der Bertha-von-Suttner-Platz, der einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt darstellt und an der Kennedy-Brücke über den Rhein liegt. Dieser Bereich kann auf eine über 2000-jährige Geschichte zurückblicken, da die Stadt bereits von den Römern gegründet wurde. Dies wird im Kellergeschoss des Hauses der Geschichte veranschaulicht.

    In der Innenstadt spielt sich das Leben in einer großen Fußgängerzone ab, die auch mehrere Plätze enthält. Am Friedensplatz finden sich sehr viele Restaurants und Bars. Der Rathausplatz erhält seinen Namen vom Historischen Rathaus der Stadt, das deutlich schöner ist als das neue Stadthaus, dass sich brutal und gewaltig nördlich der Innenstadt erhebt. Der Münsterplatz liegt an der größten Kirche der Stadt, dem Bonner Münster. Auf diesem größten Platz, in dessen Mitte die Beethovenstatue steht, finden sich in der Zeit des Bonner Weihnachtsmarktes übrigens die meisten Hütten.

    Beethoven genauer kennenlernen kann man in seinem Geburtshaus in der Bonngasse, das neben einem Shop auch ein Museum enthält. Der Eintritt ins Beethoven-Haus kostet 10€, für Studierende 7€.

    Kostenlos und in meinen Augen sehenswerter ist ein Besuch des Alten Zolls, welcher zwischen Rhein und Kurfürstlichem Schloss liegt. Von diesem Bollwerk aus, an dem vorbeifahrende Schiffe früher Zoll entrichten mussten, erhält man einen tollen Ausblick den Rhein hinauf. Neben den hohen Gebäuden Bundesbonns, wie dem Posttower oder dem Langen Eugen, zeigen sich die Erhebungen des Siebengebirges und sogar die Burgruine auf dem Drachenfels. Hier soll angeblich Alexander von Humboldt einmal gesagt haben, er halte diesen Ausblick für „den schönsten der Welt“. Das ist vielleicht etwas dick aufgetragen, aber sehenswert ist der Platz dennoch.

  4. Kirschblüte in der Altstadt: Ein Hoch an Besuchern und Aufmerksamkeit im Internet erhält Bonn Jahr für Jahr in der zweiten Hälfte des Aprils. Dann stehen für gewöhnlich die tausenden japanischen Kirschbäume der Bonner Innenstadt in voller Blüte. Besonders viele findet man im Stadtteil Altstadt nördlich der Bonner Innenstadt. Tatsächlich ist das Veedel erst im 18. und 19. Jahrhundert entstanden, was an den vielen Gründerzeitbauten zu erkennen ist. Das Licht auf dem Kopfsteinpflaster ist wirklich außergewöhnlich, wenn sich darüber eine Decke aus rosa Blüten befindet. Die Altstadt ist übrigens neben der Wohnnutzung sehr studentisch geprägt und enthält einige Bars und Kneipen. Es lohnt sich also auch, mehr als 50 Meter hinein zu gehen, auch, um die vielen Touristen hinter sich zu lassen, die am Eingang zu den Alleen Fotos machen. Den genauen Stand der Blüte erfährt man übrigens auf dieser Website.

  5. Bundesbonn: Neben den bereits oben erwähnten Gebäuden Bundesbonns (also im alten Regierungsviertel), die über das Haus der Geschichte besichtigt werden können, gibt es noch einige andere, die sehenswert sind. Dazu zählen allen voran die ehemaligen Gebäude des Deutschen Bundestages. Dazu zählt der 115 Meter hohe Lange Eugen, der bis 1999 das Abgeordnetenhaus des Bundestags war. Heute haben die Vereinten Nationen hier ihren größten Sitz in Deutschland. Zu den Gebäuden des ehemaligen Bundestages zählt auch der Neue Plenarsaal, der ironischerweise erst 1992, und damit nach dem Beschluss des Umzugs nach Berlin, fertiggestellt worden ist. Dieser kann übrigens an Wochenenden im Zuge einer Führung besichtigt werden, Tickets kosten 4,50€ bzw. 2,50€, genauere Infos finden sich hier. Nicht besichtigt werden kann die Villa Hammerschmitt, die heute Zweitwohnsitz des Bundespräsidenten ist. Ebenfalls nicht öffentlich zugänglich – abgesehen vom Tag der offenen Tür – ist die Aussichtsplattform des Posttowers. Die Firmenzentrale der Deutschen Post AG – die übrigens genau wie die Zentrale der Telekom wegen des Berlin/Bonn-Gesetzes hier liegt – ist mit 162 Metern das höchste Hochhaus Deutschlands außerhalb Frankfurts und markanter Bestandteil der meisten Ansichten Bonns.
Die Botanischen Gärten umgeben das Poppelsdorfer Schloss. Hier mit Schnee, in Bonn eine Seltenheit.
Ebenfalls im ungewöhnlich schneereichen Winter 2019 aufgenommen ist dieses Bild der Poppelsdorfer Allee. In der Mitte zeigt sich das Poppelsdorfer Schloss.
Natürlich wird vor dem Universitätshauptgebäude genau in den Jahren des 200-jährigen Bestehens der Universität Bonn und im Beethovenjahr gebaut. An schönen Sommertagen ist der Hofgarten voller Studierender, die hier die Sonne genießen.

Einkaufen

Als jemand der selten shoppen geht, kann ich wenig zur Ausstattung der Bonner Innenstadt für diese Belange sagen. Natürlich haben alle großen Modeketten hier Filialen oder Boutiquen, die ich aber partout meide.

  1. Thalia: Zwar handelt es sich hier ebenfalls um eine Kette, jedoch ist Filiale am Bonner Rathausplatz in einem alten Kinogebäude untergebracht, was sie trotz der Größe sehr gemütlich und sehenswert macht. Außerdem können die MitarbeiterInnen sehr gute Buchempfehlungen geben. Eine kleine und familiäre Alternative stellt die Buchhandlung Koeplin in Bonn-Endenich dar.

  2. Unterwegs: Bisher wurde ich in der Bonner Filiale des Verkäufers für Outdoor-Ausrüstung immer sehr gut beraten. Das Sortiment enthält außerdem viele nachhaltige Marken und eine gute Auswahl an Kleidung und Ausrüstung von Fjällräven, Vaude und Trangia.

  3. Weltladen: Der von einem Verein auf ehrenamtlicher Basis geführte Weltladen enthält viele ökologisch hergestellte und ausschließlich fair gehandelte Produkte, von Lebensmitteln über Kleidung bis zu Deko und spirituellen Produkten wie Klangschalen. Wer sich sicher sein möchte, dass ein Produkt den strengsten FairTrade-Kriterien entspricht, ist hier richtig.

  4. Wochenmarkt: Wer plant sich mit frischen und regionalen Lebensmitteln zu versorgen, sollte die Bonner Wochenmärkte besuchen. Direkt auf dem Rathausplatz in der Bonner Innenstadt z.B. finden sich von Montags bis Samstags viele Händler ein, die alle möglichen Lebensmittel verkaufen. Dazu wechselnde Foodtrucks und Stände, die auch Fastfood verkaufen.

  5. Frau Holle: Dieser Name ist uns doch schon einmal begegnet, oder? Bei Frau Holle handelt es sich nicht nur um ein Bekleidungsgeschäft für nachhaltige Mode, sondern auch um sehr gutes Café, das zum Frühstück oder Kaffeetrinken einlädt.

Bonner Umland

  1. Drachenfels und Schloss Drachenburg: Ein Besuch des Inbegriffs der Rheinromantik ist Pflicht, wenn ein Wochenende in Bonn verbracht wird. In engem Takt fährt die Linie 66 der Bonner Stadtbahn zum süßen Städtchen Königswinter, das unterhalb des Drachenfels liegt.

    • Der Drachenfels erhebt sich 270 Höhenmeter über dem Rhein und fällt zu dessen Ufer steil ab. Markant und leicht von Bonn aus auszumachen ist dabei die Burgruine auf dem Gipfel. Um diese ranken sich unzählige Mythen, gerne wird sie hier mit der Nibelungensage in Verbindung gebracht. Von einem großen Plateau aus, auf dem auch ein modernes aber teures Bistro steht, erreicht man über einen kurzen und steilen Weg die Ruine, die eine herrliche Aussicht in Richtung Bonn und Köln bietet. An klaren Tagen kann man den Kölner Dom erkennen.

    • Das Schloss Drachenburg begeistert Besucher von nah und fern, wird im Internet als eines der Beispiele für europäische Schlösser gehandelt. Dabei wurde das Anwesen erst zwischen 1882 und 1884 im Stil des Historismus als schlossartiger Wohnsitz errichtet. Über den Erbauer, Freiherr Stephan von Sarter, die vielen nachfolgenden Besitzer, die Nutzung zur NS-Zeit sowie den Weg in den Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen berichtet eine Ausstellung im Keller. Den Großteil des Hauses kann man jedoch frei begehen, nicht ausgelassen werden sollte dabei der nördliche Gästeturm. Hier kann das vielgenutzte Trauzimmer bestaunt und auch eine Aussichtsplattform bestiegen werden, die sich über die Zinnen erhebt. Über Führungen, Gastronomie und Privatveranstaltungen informiert die Website. In der Vorweihnachtszeit gibt es häufig einen schönen Weihnachtsmarkt rund um das Schloss. Ein weiteres sehenswertes Event ist das Schlossleuchten in den Wintermonaten, wenn das Schloss zwischen 18 und 22 Uhr bunt angestrahlt wird.

    • Es gibt viele Möglichkeiten, den Drachenfels zu erwandern. 220 Höhenmeter erspart jedoch die Drachenfelsbahn, die älteste noch betriebene Zahnradbahn Deutschlands. Bereits seit 1883 befördert sie Passagiere von Königswinter zum Drachenfels und macht am Schloss Drachenburg einen Zwischenstopp. Ein Besuch des Schlosses kostet für Erwachsene 7€, für Ermäßigungsberechtigte 5€. Eine einfache Fahrt mit der Zahnradbahn kostet für Erwachsene bereits 8€, Berg- und Talfahrt 10€. Die Kombinationskarte Schloss und Drachenfelsbahn kostet 15€, für Kinder bis 14 Jahre 9€.

  2. Siebengebirge: Hier bricht der Rhein, der größte Strom auf deutschem Bundesgebiet, aus dem Rheinischen Schiefergebirge hervor und fließt in die flache Kölner Bucht. Daher ist das Siebengebirge, dessen markantester und westlichster Gipfel der Drachenfels ist, das erste Gebirge, dass man von der Flussmündung des Rheins kommend erreicht. Die Gipfel des Siebengebirges erheben sich bis zu vierhundert Meter über den Rhein und sind vulkanischem Ursprungs. Der hier abgebaute vulkanische Trachyt wurde schon von den Römern genutzt und ist das Gestein, aus dem der Kölner Dom gebaut ist. Heute gibt es im Bereich des Naturpark Siebengebirge eine aktiven Steinbrüche mehr, viel mehr dient die Region als Naherholungsgebiet aus der Region Köln/Bonn. Es bestehen viele Wanderwege durch die Region, die sich vor allem durch Laub- und Mischwälder auszeichnet. Der Name des Mittelgebirges stammt übrigens nicht von sieben Gipfeln, sondern von einer Abwandlung des Wortes „Siechen“, was „feuchtes Tal“ bedeutet. Die schönste Wanderung im Siebengebirge, die auch zum berühmten Drachenfels führt, findet ihr übrigens hier als Blogbeitrag oder hier auf alpenvereinaktiv.com!

  3. Eifel: Der Nationalpark Eifel sowie Nord- und Vulkaneifel liegen nah an Bonn und laden zu Tages- und Mehrtageswanderungen ein. Neben wunderschöner Natur gibt es auch kulturell spannende Ziele: So steht in Effelsberg das größte Radioteleskop Europas, vor Ort kann man an Vorträgen teilnehmen. Die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang beheimatet heute eine große Ausstellung über die dunkle Geschichte der gewaltigen Anlage sowie die zentrale Ausstellung des Nationalparks Eifel und ist höchst sehenswert. Man erreicht die Anlage übrigens auch während des Wandern auf dem Eifelsteig, Infos dazu bietet dieser Blogbeitrag!
Die Ruine auf dem Gipfel des Drachenfels ist Inbegriff der Rheinromantik.

Das Schloss Drachenburg ist eigentlich eine im historischen Stil erbaute Villa, jedoch gewaltig groß und höchst sehenswert.

Blick vom Breiberg im Siebengebirge auf Drachenfels (links) und Bonn (rechts).
Blick auf den Internationalen Platz Vogelsang inmitten des Nationalparks Eifel.

Nützliche Infos

  • Übersichtskarte: Wenn ich mit den Beschreibungen hinterher gekommen bin, findet ihr hier über 50 Lesezeichen mit GPS-Daten für die OpenStreetMap-basierte App Maps.me, die kostenfrei ist und auch Offline-Karten bereitstellt. So könnt ihr die hier aufgeführten und noch mehr Orte immer vor Augen haben und schnell die einfachsten Routen dorthin berechnen.

  • Übernachten: Es liegt nahe, dass da ich in Bonn nie in Hotels und Hotels übernachten musste, ich diese nicht gut beurteilen kann. Jedoch habe ich schon des öfteren FreundInnen im Basecamp Bonn untergebracht und habe durchweg positives Feedback erhalten. Bei dem Basecamp handelt es sich um eine alte Lagerhalle im ehemaligen Regierungsviertel, die zu einer einzigartigen Unterkunft umgewandelt wurde: Gäste übernachten in Zelten, Wohnwagen aller Größen und Formen, zwei großen Schlafwaggons und anderen Raritäten. Es gibt eine gemütliche Bar und in den wärmeren Monaten draußen Grillmöglichkeiten und Lagerfeuer. Die sanitären Anlagen sind sauber und modern und die günstigeren Betten überschreiten die Preise einer Jugendherberge nicht!

  • Nahverkehr: Zwischen dem Botanischen Garten, dem Stadtschloss, dem Alten Zoll, Innenstadt und Altstadt gelangt man problemlos zu Fuß hin und her, da sich alles innerhalb von zwei Kilometern befindet und größtenteils aus Parks, Alleen und Fußgängerzone besteht.


    Schnell und günstig umher gelangt man mit einem Nextbike, von denen es in Bonn sehr viele gibt. Das free-floating bike-sharing kostet 1€ pro 30 Minuten Fahrzeit, Fahrräder können im größten Teil der Stadt frei abgestellt werden. Dafür benötigt man nur die App auf dem Smartphone.


    Zwischen dem Hauptbahnhof, der direkt an der Innenstadt liegt, dem Regierungsviertel mit der Museumsmeile und dem Ort Königswinter am Drachenfels gelangt man am besten mit der Stadtbahn hin und her, die größtenteils unterirdisch verläuft. Noch schneller erreicht man die Museumsmeile mit Regionalzügen und der S-Bahn, die die Haltestelle „Bonn UN-Campus“ anfährt. Die Buslinien Bonns sind hingegen recht unzuverlässig und oft verspätet. Nicht erschrecken: Der Bonner (Bus-)Bahnhof ist übrigens keine Schönheit, besonders die Unterführungen sind dunkel und oft dreckig. Und das obwohl der Schandfleck des überregional bekannten „Bonner Lochs“ inzwischen durch ein Kaufhaus ersetzt wurde. Nur einen Block weiter ist man dann aber wieder im schönen Bonn!
Innenraum des Base Camp Bonn.

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